Forschungsgemeinschaft Funk e.V.

Edition Wissenschaft

Ausgabe Nr. 12b Dezember 1996
HF-Design eines Meßplatzes zur Untersuchung biolgisch-zerebraler Effekte in niederfrequent gepulsten Hochfrequenzfeldern
V. Hansen, Th. Eibert, H. Kammerer und Th. Vaupel

Die Notwendigkeit zur Untersuchung biologisch- zerebraler Effekte von niederfrequent gepulsten HF-Feldern hat sich vor allem durch die Einführung der digitalen Mobilfunknetze nach dem GSM-Standard ergeben. Eine mögliche Gefährdung des Menschen könnte insbesondere von den Mobilstationen ausgehen, da sich die Sendeantenne dabei in unmittelbarer Nähe zum Kopf des Nutzers befinden kann. Aus diesem Grund wurde ein handelsübliches D-Netz-Mobiltelefon zur Erzeugung des Expositionsfeldes verwendet, wobei der Abstand zwischen dem Kopf der Testperson und der Sendeantenne so festgelegt wurde, daß der in DIN VDE 0848 für den Expositionsbereich 2 angegebene Grenzwert nicht überschritten wird.

Simulationsrechnungen für den vorgesehenen Versuchsraum ergaben, daß ohne besondere Dämpfungsmaßnahmen keine definierte Feldverteilung erreicht werden kann, da die vorhandenen Wandreflexionen zu starken Stehwelligkeiten führen. Aus diesem Grund wurde der Testraum weitgehend mit HF-Absorbern ausgekleidet, um unerwünschte Wandreflexionen zu unterdrücken. Entsprechende Simulationsrechnungen des Raumes mit Absorbern zeigen, daß die so erzielte Feldverteilung genügend glatt ist.

Zur Kontrolle des Expositionsfeldes wurde ein pi/4-Monopol mit einem HF-Detektor zur Verfügung gestellt. Die Aufzeichnung des Expositionsfeldes erfolgte über einen freien Kanal der A/D-Wandlerkarte des EEG-Auswerterechners. Zusätzlich wurde ein Analoginstrument zur Verfügung gestellt, das eine grobe Überprüfung des Betriebszustandes des Mobiltelefons erlaubt.

Die Störfeldmessungen ergaben, daß keine unerwarteten Störfelder vorliegen. Die Störfelder wurden im Frequenzbereich von 5 Hz bis 3 GHz gemessen und aufgezeichnet. Bei den identifizierten Störquellen handelte es sich im wesentlichen um Rundfunksender und um lokale Funkdienste.

EEG-Messungen mit Hilfe eines Kunstkopfes (keine Gehirnströme vorhanden) bzw. direkt an Versuchspersonen ergaben, daß geringe Einkopplungen des Expositionsfeldes in die Meßapparatur auftreten können. Im wesentlichen liegen die Einkopplungen bei der Mobilfunkfrequenz von f = 217 Hz und können damit durch eine genügend groß gewählte Abtastfrequenz wirksam aus dem Nutzbereich des EEG herausgehalten werden. Somit liegen die Störungen im Nutzbereich des EEG durch eine direkte Einkopplung des Expositionsfeldes in die Meßapparatur höchstens in der Größenordnung der Störungen, die auch dann auftreten, wenn EEG-Messungen ohne Expositionsfeld durchgeführt werden. Das bedeutet, daß die Störungen durch das Expositionsfeld einerseits kaum direkt zugeordnet werden können und andererseits ihre Beseitigung wenig Sinn machen würde, solange vergleichbar große Störungen in der Natur der EEG-Messung liegen.

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